Sonntag, 26. September 2010

HartzIV

WOW! 5 Euro
mehr für Hartz-IV Empfänger!

Vorab: Wer oder was ist Hartz-IV? Eine, wie ich denke recht verständliche Erläuterung und Chronologie des bzw. der Hartz-Gesetze habe ich bei Wikipedia oder bei der Frankfurter Rundschau online.


Und: Ich selbst war bereits in der Situation, von Hartz-IV 'abhängig' zu sein. Kann, denke ich, also recht gut nachvollziehen, worum es hier geht.


Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass die Berechnung der 359,- Euro Grundsicherung willkürlich, nicht nachvollziehbar und damit grundsätzlich verfassungswidrig sind, wird es nach aktuellen (Sonntag, 26.10.2010) Meldungen nun 5 Euro mehr für Erwachsene Hartz-IV Empfänger geben. Wie jetzt? Und die Kinder gehen leer aus? Gerade die sind doch die Stütze und damit der Zukunftsmotor!


Einmal ab davon, wie willig oder unwillig die oder der eine oder andere ist, sich selbst und damit aktiv darum zu bemühen, wieder in Lohn und Brot zu stehen; was sich auch nicht immer als so einfach erweist, vor allem weil es ja auch darum geht so viel zu verdienen, dass man seinen Lebensunterhalt möglichst ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung zu bestreiten; 
  1. In wie weit bringt es eine Familie mit Kind/ern weiter, mit diesen 5 Euro je Erwachsenem mehr die notwendigen (Mehr)Ausgaben zu bewältigen?
  2. Deckt eine Erhöhung von 5 Euro (je Erwachsenem ab 1.1.2011) die jährliche Inflation überhupt ab?
  3. Hat die Regierung mit den 5 Euro mehr nur das Bundesverfassungsgericht beruhigen wollen?
zu 1 u. 2
Immer mehr Kosten werden auf den (End-) Verbraucher abgewälzt. Z.B. die immer weiter steigenden Energiekosten: Strom, Heizung (die in Zukunft auch nicht mehr von Hartz-IV getragen werden sollen), Wasser, Fahrkosten (steigen weil durch steigende Fahrpreise immer weniger Fahrgäste mit der möglichst gleichen Abdeckung aber der gleichen teils stark veralteten Technik (Fahrzeuge usw.) durch den ÖPNV 'bedient' werden muss), immer wieder neue Steuern und/oder Steuererhöhungen (Bsp: Atomsteuer, Luftsteuer - ja auch die gibt es - Erhöhung der Krankenkassenbeiträge, neue Regelung der GEZ-Gebühren) usw, usw, usw.
Steigende Preise in allen bereichen beruhen auf steigende Löhne. Die sind ja auch irgend wo gerechtfertigt. Man möchte sich ja schließlich mit dem erarbeiteten Geld auch einmal etwas Besonderes gönnen, um sich für das Geleistete zu belohnen und sein eigenes Wohlbefinden zu steigern. Aber wovon nur? Die Inflation frisst ja jeden mehr verdienten Cent wieder auf! In den letzten Jahren gab es eine regelmäßige Steigerung der Preise. Durchschnittlich ca. 1,5% in den letzen 10 Jahren  jeweils pro Jahr.
Die nun glaube ich 2. Erhöhung seit Einführung von Hartz-IV um 5 Euro entspricht einer Steigerung um ca. 1,4%. Grob gerechnet macht das also eine Erhöhung oder Anpassung von ca. 0,3% pro Jahr in den letzen 5 Jahren.

zu 3. In wieweit die (geplante) neue Regelung der Hartz-IV Sätze den Forderungen des Bundesverfassungsgerichtes entspricht oder nicht weiß ich nicht. Sicher wird es auch dazu noch einige heiße Diskussionen geben.

Hier noch meine Frage zu dem Thema. 
Macht es Sinn die Hartz-IV Sätze anzuheben? 

 - Wenn ja, wonach sollte man sich richten? An der Inflation oder anderem? 

 - Wenn nein, wie soll die Inflation und damit verbundene Preissteigerung ausgeglichen werden? Vllt. über eine höhere Hinzuverdienstmöglichkeit? IFO-Institut -Präsident Hans-Werner Sinn schlägt im 'Spiegel-Online' 500 Euro vor.


Ich hoffe, ich habe alle Daten richtig wieder gegeben. Wenn nicht, verbessert mich einfach.

1 Kommentar:

  1. Ich selbst bin für eine Kombination aus beidem:

    - Erhöhung des Hartz-Satzes um einen prozentualen Teil der Inflation

    und

    - Erhöhung der Zuverdienstmöglichkeit ohne Abzüge

    Sog. Sozial-Chipkarte oder Sozial-Coupons fände ich nicht unbedingt so gut.
    Zum einen wäre die Einführung und Verwaltung mit erheblichen Mehrkosten verbunden und
    Zum anderen stünden Lug und Betrug eine weiter Tür offen

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